MK 64

Alle Anmerkungen zu unserer Vereinszeitschrift.
Robert Holzer
Beiträge: 19
Registriert: Fr 23. Nov 2012, 13:09

MK 64

Beitrag von Robert Holzer »

Hallo zusammen,

die MK 64 hat es zumindest noch vor Weihnachten zum Druker geschafft.
Abhängig davon, ob dieser es dann noch vor Weihnachten schafft, die Hefte alle zu drucken und zur Post zu bringen, könnten Ihr das Resultat mit etwas Glück noch im alten Jahr in den Händen halten.

Wir wünschen Euch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!
Robert & das Redaktionsteam
Thomas G. Moder
Beiträge: 30
Registriert: Mo 19. Nov 2012, 09:26

Re: MK 64

Beitrag von Thomas G. Moder »

Lieber Robert, liebes Redaktionsteam,

meine Weihnachtsüberraschung lag heute im Briefkasten! Vielen, vielen Dank, da habe ich über die Feiertage was zu lesen und so wie es aussieht ist die neue Ausgabe wieder voll mit interessanten Artikeln. Ich hoffe, alle übrigen Mitglieder haben die MK auch erhalten (was ausschließlich von der Post abhängt, denn ich habe keinen Präsi-Bonus, da Ausgaben alle auf einmal verschickt werden).

Wie gesagt, vielen Dank und weiter so!!!

El Presidente
Roderich Billermann
Beiträge: 12
Registriert: Fr 22. Feb 2013, 09:43

Re: MK 64

Beitrag von Roderich Billermann »

Liebe Leute,

da mir die Redaktion in Person von Herrn Holzer mitteilte, dass meine Antwort auf B. Richters "Rezension" von Unconditional Surrender insbesondere wegen "gewollt durchaus subjektive[r ] Einschätzungen eines Themas, sowohl des geschichtlichen Zusammenhanges als auch des dargestellten Spielobjektes" für eine Publikation weder in der nächsten Manöverkritik "noch "einer anderen Ausgabe" in Betracht komme, habe ich den Text unter "Unconditional Surrender"/Reviews auf Boardgamegeek gepostet.

Leider bin ich außerstande nachzuvollziehen, warum man nicht schreiben und veröffentlichen darf, dass jemand Unsinn schreibt, wenn er Unsinn schreibt.
Sollte es meine Zeit erlauben, werde ich selbst eine Besprechung des in Frage stehenden Spieles abliefern, - die dann vielleicht gar publiziert wird, wenn sie jene strenge redaktionelle Prüfung übersteht, die ich mit Blick auf Richters "Rezension" schmerzlich vermisst habe.

R. Billermann
Robert Holzer
Beiträge: 19
Registriert: Fr 23. Nov 2012, 13:09

Re: MK 64

Beitrag von Robert Holzer »

Hallo zusammen,

wenn ich etwas gar nicht leiden kann, dann, wenn jemand etwas vorsätzlich falsch wiedergibt.

Lieber Dr. Billermann, zur Auffrischung Ihres Gedächtnisses:

Sehr geehrter Herr Billermann,
zu unserem Bedauern müssen und werden wir aus verschiedenen Gründen von einer Veröffentlichung in der nächsten oder einer anderen Ausgabe der Manöverkritik absehen.
Zum einen würde es den Rahmen und Zweck des Heftes bei weitem sprengen, wenn in - im Extremfall - fortführender Abfolge unterschiedliche Meinungen zu einem einzelnen Thema dort abgedruckt würden.
Desweiteren handelt es sich bei Rezensionen bei allem Willen um möglichst objektive Darstellung ebenfalls um gewollt durchaus subjektive Einschätzungen eines Themas, sowohl des geschichtlichen Zusammenhanges als auch des dargestellten Spielobjektes. Hier hat der Verfasser die Möglichkeit, seine eigenen Vorstellungen und Wünsche an ein Spiel kund zu tun, soweit er dies als solche auch kenntlich macht, damit der Leser dies nachvollziehen kann. Sich daraus eine eigene Meinung zu bilden, obliegt dann dem Leser, der natürlich nicht der Meinung des Rezensenten folgen muss.
Anbieten können wir Ihnen daher, ebenfalls eine Rezension des Spiels zu verfassen, in die Sie dann Ihre Sicht der Dinge einbringen können. Dies würden wir auch aus dem Blickwinkel "unterschiedliche Sichtweisen" durchaus begrüßen.
Desweiteren anbieten können wir Ihnen, Ihre Sichtweise direkt an den Autor weiterzuleiten, damit Sie mit ihm das Thema direkt diskutieren können.
Ebenfalls ein gangbarer Weg wäre das Forum der GHS (www.ghs-kosim.de).
...

Hier wird in keiner Silbe darauf eingegangen, dass etwas nicht veröffentlicht werden darf. Die Manöverkritik ist jedoch kein Diskussionsforum, nichts anderes besagt diese Antwort. Der Hinweis auf die Subjektivität einer Rezension sollte nur als Erinnerung dienen, dass es jedem frei steht, sich seine eigene Meinung zu einem Thema zu bilden und diese auch zu vertreten.

Ich möchte Sie nachdrücklich bitten, in Zukunft falsche Aussagen an dieser Stelle zu unterlassen !

MiG
Robert Holzer
Thomas G. Moder
Beiträge: 30
Registriert: Mo 19. Nov 2012, 09:26

Re: MK 64

Beitrag von Thomas G. Moder »

Ebenfalls ein "Hallo zusammen" von Eurem Vorsitzenden,

ich möchte zur Klarstellung ebenfalls ein paar (abschließende) Worte hinzufügen, obwohl Robert eigentlich schon alles gesagt hat.

Eine Kritik sollte stets möglichst sachlich und frei von Emozionen sein, um nicht unnötig zu provozieren. Die Kritik von Herrn Dr. Billermann ist dies meiner Meinung nach nicht! Wer von Euch sein Posting auf BGG gelesen hat weiß sicherlich, was ich meine. Interessant ist bereits der erste Satz, der im Originalbeitrag (welcher uns vorliegt) noch lautete: "Bisweilen erscheinen in der „Manöverkritik“ leider ärgerliche, ja, dumme Besprechungen." Auf BGG ist dann daraus nur noch ein "Bisweilen erscheinen in der „Manöverkritik“ leider ärgerliche Besprechungen." geworden. In wie weit es im folgenden Text noch zu weiteren nachträglichen Abschwächungen des doch recht scharfen Tons gekommen ist vermag ich nicht zu sagen, da ich weder Zeit noch Muße habe, diesen dort veröffentlichten Text Wort für Wort mit dem Original zu vergleichen.

Um es auf den Punkt zu bringen: unnötig aggressive und unhöfliche Leserbriefe haben (ebenso wie unnötig aggressive und unhöfliche Rezensionen) nichts in der Manöverkritik zu suchen. Wir sind nach wie vor ein Verein begeisterter Amateure, die versuchen, die Kosim-Szene in Deutschland mit unseren Beiträgen zu bereichern. Jegliche sachliche Kritik ist dabei willkommen und erwünscht, sollte aber nicht auf eine emotionale Ebene getragen werden.

Ich denke, dass in dieser Angelegenheit damit alles gesagt ist. Eine weitere sachliche (Gegen-)Rezension von Dr. Billermann zu "Unconditional Surrender" würde ich daher - ebenso wie Robert - nur begrüssen.

Euer El Presidente
Roderich Billermann
Beiträge: 12
Registriert: Fr 22. Feb 2013, 09:43

Re: MK 64

Beitrag von Roderich Billermann »

Ganz kurz zur Klarstellung:

1. Die BGG-Version ist schlichtweg eine unwesentlich andere, frühere Version des Textes. Von "nachträglichen Abschwächungen" kann keine Rede sein - mir selbst sind sie jedenfalls nicht aufgefallen. Ganz in Absehung davon bleibe ich selbstverständlich bei meiner Einschätzung des Textes von Richter.
2. Im Ergebnis lief die Mitteilung von Herrn Holzer auf folgende Aussage hinaus: Ein Beitrag wird nicht publiziert, weil/wenn er zu subjektiv/emotional ist. Das haben wir bei der "Rezension" von Herrn Dr. Richter zwar nicht so genau geprüft, aber bei Ihrem Text tun wir's mal.
Wo hier etwas "vorsätzlich falsch" wiedergegeben wurde, ist mir nicht erfindlich. Im Übrigen war mir bislang unbekannt, dass in Art. 5 GG das Wort "Jeder" durch "B. Richter" ersetzt wurde.

Meine Verärgerung über den Richter-Text bitte ich zu verstehen: Es ist mehr als bedauerlich, wenn durch wenig reflektiertes und fachlich/sachlich objektiv falsches Geschreibsel ein verdienstvolles Organ wie die "Manöverkritik" beschädigt, ein innovatives Spiel um mögliche Käufer/Fans gebracht wird.

RB
Rolf-Udo Bliersbach
Beiträge: 6
Registriert: Mi 9. Jan 2013, 12:18

Re: MK 64

Beitrag von Rolf-Udo Bliersbach »

Sehr geehrte Mitglieder,

ich halte die durch Mitglied Billermann angestoßene Diskussion einer Rezension grundsätzlich für in Ordnung. Aber… Der Beleg historischer Unzulänglichkeiten mittels genauer wissenschaftlicher Quellhinweise ist sicherlich im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit absolut notwendig - schießt jedoch im Umfeld einer Vereinszeitschrift weit über das Ziel hinaus. Weniger wäre da mehr gewesen. Und damit möchte ich genau auf den Punkt kommen, dass wir ein Verein sind, der sich um ein Kosim-Hobby dreht. Wir sind kein wissenschaftliches Institut und eine Rezension ist keine wissenschaftliche Arbeit, sondern eine "Hobby"-Arbeit, die die jeweiligen Rezensenten in ihrer Freizeit grundsätzlich ohne Vorgabe einer Methodik selbst erstellen. Genau das macht auch den besonderen Reiz unseres Miteinanders aus. Der eine kann/weiß mehr als andere und umgekehrt. Gerne lachen wir auch übereinander, wenn einer bei "Wer wird Militär ?" mal völlig daneben liegt und die "offensichtliche" Lösung nicht sieht. Das ist menschlich und - finde ich - auch gewünscht, weil es uns alle gut unterhält. Wir spielen Kosims, weil uns diese gut unterhalten und wenn daneben noch geschichtliche Zusammenhänge vermittelt werden – umso besser. Hier sollte dann auch die Ethik einer Kritik einsetzen - den Verriss, der auf BBG publiziert wurde halte ich für unsäglich und gleicht eher einer persönlichen Abrechnung mit unserem Mitglied B. Richter, dem u.a "en passant ein stilistisches Desaster" vorgeworfen wird. Daneben wird noch subtil der eine oder andere "Schienbeintritt" unter dem Deckmantel vollakademischer Idiomatik eingebettet. Sorry, sowas geht gar nicht! Natürlich ist Kritik erlaubt aber hier wird jemand an den Pranger gestellt! Falls dem Kritiker das Spiel so sehr am Herzen liegt dann dürfen wir uns doch sicher auf eine eigene Rezension freuen.
In der Vergangenheit hat es zum Beispiel noch im Musketier das eine oder andere "Leserbriefduell" gegeben, aber diese liefen - wie oben ausgeführt – freundlich, fair und teilweise sehr humorvoll ab. (ich erinnere an das "Duell" Dirk Dahmann vs. Edgar Forschbach). Seinerzeit war auch das Internet nicht so verbreitet sodass heute dafür das GHS-Forum die erste Wahl ist. Ich kann Robert und dem Vorstand nur beipflichten, dass diese Kritik in dieser persönlichen und überheblichen Form seinen Weg nicht in das Printmedium "MK" finden darf. Danke euch!
Viele Grüße
Rolf Bliersbach
Thomas G. Moder
Beiträge: 30
Registriert: Mo 19. Nov 2012, 09:26

Re: MK 64

Beitrag von Thomas G. Moder »

Für alle, die diese Diskussion verfolgen, hier noch einmal die Rezension von Benjamin Richter zu "Unconditional Surrender":


Vorwort
Mit dem Zweiten Weltkrieg in Europa (kurz ETO – European Theater of Operations) bin ich vor 20 Jahren ins Wargaming eingestiegen. Auf „Rise and Fall of the Third Reich“ folgten „World in Flames“, „John Prados‘ Third Reich“ und „Krieg!“, der Großvater des aktuellen „Axis Empires: Totaler Krieg!“. Dabei habe ich viele Partien angefangen, aber kaum eine bis zum bitteren Ende gebracht. Der Grund dafür war bei allen Spielen derselbe: Ab etwa 1942/43 waren stets so viele Einheiten auf der Karte, dass das Spielen ziemlich mühsam und zeitaufwändig wurde. Und irgendwann hatte ich das ETO dann auch über und wandte mich anderen Themen zu – bis nun „Unconditional Surrender“ (offizielle Abkürzung USE) rauskam.
Salvatore Vasta, der an „Axis Empires: Totaler Krieg“ mitgearbeitet hat, schien mir in sein neues Design einige innovative Elemente eingebracht zu haben. Insbesondere interessierte mich das für ein ETO Game ungewöhnliche Stacking Limit von nur einer Ground Unit pro Hex. War das die Lösung meines vorgenannten Problems? Jedenfalls weckte diese Regel meine Bereitschaft, dem ETO nochmal eine Chance zu geben. Mal schauen, wie sie sich in der Praxis bewährt hat…

Historischer Hintergrund/Szenarien
USE enthält eine Menge Szenarien und ich möchte meine historischen Anmerkungen an deren Darstellung knüpfen. Zunächst einmal gibt es ein „Poland 1939“-Szenario von nur einem Turn (= 1 Monat) Länge – offenbar eine sehr einseitige Angelegenheit, wobei der alliierte Spieler die Option eines freien Setups hat und nicht die selbstmörderische historische Aufstellung der Polen imitieren muss.
Auch die drei folgenden Szenarien spielen in der Zeit der Blitzkriege, als die Wehrmacht scheinbar mühelos das europäische Festland eroberte. „Scandinavia 1940“ hat das Unternehmen Weserübung zum Gegenstand. Historische Dramatik sollte man sich davon allerdings nicht versprechen: USE ist zu abstrakt, um Einzelheiten wie die Fahrt der Gebirgsjäger durch von der Royal Navy beherrschte Gewässer nach Narvik abzubilden. Mit dem Fall von Oslo ist Norwegen erledigt.
Für die Eroberung der Niederlande, Belgiens, Frankreichs „and possibly Great Britain“ im dritten Szenario haben die Deutschen fünf Turns, von Mai bis September 1940, Zeit. Die dürften sie auch brauchen, ist Frankreich in USE doch relativ stark repräsentiert.
Auch bei „Balkans 1941“ ist nicht fraglich, wer gewinnt, sondern wie lange er dafür braucht. Jugoslawien und Griechenland müssen binnen zwei Turns fallen – historisch, um die Südflanke des deutschen Russlandfeldzugs zu sichern. Das Problem der Wehrmacht sind weniger die gegnerischen Truppen als die Geographie der Balkan-Halbinsel.
Das nächste Szenario, „Mediterranean 1940-1942“, wird seinem Namen nicht ganz gerecht, denn es geht hier nicht um den Krieg im gesamten Mittelmeerraum, sondern hauptsächlich um Nordafrika, und zwar ohne die alliierte Invasion des französischen Teils (dafür gibt es ein eigenes „French North Africa 1942-1943“-Szenario). Um zu gewinnen, muss die Achse Alexandria und Kairo kontrollieren, die Alliierten müssen ihren Gegner aus Nordafrika vertreiben. Leider hatte ich noch keine Zeit, „Mediterranean 1940-1942“ mal zu spielen. Eigentlich bezweifle ich angesichts des hohen Abstraktionsgrades von USE, dass es sich sehr authentisch anfühlen wird.
„France 1944“ behandelt selbstredend die Invasion sowie den Vormarsch der Westalliierten bis zur Reichsgrenze. Daneben gibt es noch zwei Ostfront-Szenarien. „USSR 1941“ deckt das Unternehmen Barbarossa bis zur Gegenoffensive der Roten Armee im Dezember/Januar ab, „USSR 1941-1944“ den gesamten Krieg in der Sowjetunion.
Und schließlich ist da noch ein hypothetisches Nachkriegsszenario, „Soviet vs. Western 1945-1946“, von dem der Designer selbst sagt, es sei „meant to be a fun scenario. Don’t take it too seriously.“ Natürlich sind die Russen die Aggressoren... Im Szenario gelten einige Sonderregeln, unter anderem für amerikanische Nuklearschläge.
Alle bislang genannten Szenarien sind auf zwei Spieler ausgelegt. Die folgenden umfassen hingegen das gesamte ETO mit den drei Fraktionen Westen, Sowjets und Achse. Man kann sie auch zu zweit spielen – oder im größeren Kreis, wenn mehrere Leute sich die Aufgaben einer Fraktion teilen.
Das „Main Event 1939-194?“, der gesamte Krieg in Europa, beginnt im September 1939 und kann 1944, ’45 oder ’46 enden – je nachdem, ab wann beide alliierten Fraktionen im Kampf stehen. Um zu gewinnen, müssen sie Deutschland erobern oder dafür sorgen, dass weder Frankreich noch die Sowjetunion jemals in die Knie gezwungen wird. Andernfalls gewinnt die Achse. Die Deutschen müssen also nicht den ganzen Kontinent beherrschen. Es reicht, Frankreich einmal erobert zu haben (durchaus machbar…) und selbst nicht unterzugehen.
Die Spieler haben vier verschiedene Möglichkeiten, in das „Main Event“ zu starten:
1. „West-First“ (historisch): Deutschland erklärt Polen den Krieg, das zur westlichen Fraktion gehört.
2. „East-First“: Deutschland erklärt Polen den Krieg, das zur sowjetischen Fraktion gehört.
3. „Variable“: Ein Würfelwurf bestimmt, welche alliierte Fraktion Polen unter ihre Fittiche nimmt.
4. „Wide-Open“: Die Achse entscheidet völlig frei, ob, wann und wem sie den Krieg erklärt.
„Krieg!“-Veteranen wird dieses Menü bekannt vorkommen!
Wer nicht bei Adam und Eva anfangen möchte, für den gibt es weitere Drei-Fraktionen-Szenarien, die 1941, 1942, 1943, 1944 beziehungsweise 1945 beginnen. Eine gute Fleißnote hat sich der Designer somit auf jeden Fall verdient!

Spielmaterial
Wie bei GMT üblich, ist das Rulebook vom Playbook getrennt. Letzteres ist reichhaltig mit Fotos illustriert und enthält neben den Szenarien unter anderem Regelerläuterungen, taktische Tipps, eine Anleitung fürs – gut funktionierende – Solitärspielen, Designer’s Notes und Literaturhinweise. Dazu gibt es diverse, sehr detaillierte Spielerhilfen, die einem eine Menge Nachschlagen in den Regeln ersparen.
Trotz des restriktiven Stacking Limits kommt USE mit 840 Countern daher. Zum Vergleich: „Krieg!“ kam mit weniger als 500 aus. Die aus zwei Teilen zusammengesetzte Karte misst ungefähr 110 mal 86 Zentimeter und ist ebenso funktional gehalten wie die Counter, aber immer noch ansehnlich. Dass sie ein wenig ungewöhnlich wirkt, liegt daran, dass Vasta der standardmäßigen Mercator- eine Lambert-Projektion vorgezogen hat (to „fit USE’s scale and game mechanics“). Ob das notwendig war, mag dahingestellt bleiben. Immerhin ist es mal eine Abwechslung.

Die Regeln
Die über weite Strecken steif formulierten und auf Idiotensicherheit abzielenden Regeln („Only an air unit can perform air movement“) werden immer mal wieder von launigen Kommentaren unterbrochen, beispielsweise zur Darstellung eines sizilianischen Dorfes auf der Karte, obwohl dieses „for all game purposes ignored“ wird: „It’s there because that is where the designer’s parents are from. It’s good to be the designer.“
Da es den Rahmen dieses Artikel sprengen würde, das 48-seitige Rulebook komplett zusammenzufassen, konzentriere ich mich hier auf das Herzstück des Spiels, die Operationsphase, und erwähne andere Regeln nur, soweit sie für meine Bewertung relevant sind. Wie alle Phasen außer dem Wetter wird die Operationsphase in Fraktionsreihenfolge durchgeführt: erst die Achse, dann der Westen, zum Schluss die Sowjets. Sie besteht aus zwei Unterphasen: Aktionen und Versorgung.
Das Prinzip ist, eine Einheit zu benutzen, bis sie nichts mehr tun soll oder kann. Bewegung und Kampf sind integriert. Das heißt, dass zum Beispiel eine Armee sich bewegen, kämpfen, sich wieder bewegen und nochmal kämpfen kann – bis sie keinen Bewegungspunkt mehr hat, aufgrund eines Kampfergebnisses aufhören muss oder ihr Spieler sie anhält. Motorisierte Armeen haben grundsätzlich zehn Bewegungspunkte, alle anderen acht.
Der einzige Fall, in dem mehrere Armeen zusammenwirken können, ist eine „Assault attack“. Im Gegensatz zur „Mobile attack“, bei der eine einzelne Einheit angreift, kann dabei ein Angreifer – der „Primary Attacker“ – von bis zu zwei anderen Armeen Unterstützung erhalten. Danach ist die Aktivierung aber abgeschlossen, während es nach einer „Mobile attack“ noch weitergehen kann.
Die Aktivierung von Armeen kostet Produktionspunkte. See- und Lufteinheiten hingegen sammeln mit ihren Einsätzen „Sorties“ an. Je mehr sie davon haben, desto schlechter kämpfen sie. Eine Einheit mit sechs Sorties darf nicht mehr eingesetzt werden. Durch Bezahlung von Produktionspunkten können pro Turn bis zu zwei Sorties abgetragen werden.
Bemerkenswert ist, dass wirklich alle Arten von Einheiten „durcheinander“ aktiviert werden dürfen. Ich kann also mit einer Panzerarmee angreifen und erstmal schauen, wie sie vorankommt, bevor ich weitere Einheiten in Marsch setze. Hat eine Offensive Erfolg gehabt, kann ich eine Luftflotte vorverlegen und dann an einem anderen Frontabschnitt weitermachen. So entsteht in der Operationsphase eine hohe Dynamik.
Alle Kämpfe in USE sind standardisiert. Es wird immer die gleiche „Combat Resolution Sequence“ verwendet, egal ob nun Bodentruppen gegeneinander antreten oder Schiffe oder Flugzeuge oder querbeet.
Zunächst legen sich beide Seiten im Geheimen fest, ob sie Ereignismarker zum Einsatz bringen. Dabei handelt es sich um Würfelmodifikatoren, etwa durch Geheimdienstinformationen, schwere Artillerie oder „Wunderwaffen“ wie Jets.
Anschließend berechnet jeder Kombattant seine Modifikatoren und würfelt auf der „Combat Results Table“. Nicht nur Ereignismarker bringen Modifikatoren, sondern auch Faktoren wie Gelände, Versorgungsstatus und Nationalität. So bekommen die Deutschen im Ground Combat +2, Briten, Amerikaner und Franzosen (!) +1, die Russen nix.
Die Ergebnisse beider Seiten werden auf der Combat Results Table überkreuzt und zeigen das Endergebnis des Kampfes an, mit unterschiedlichen Auswirkungen je nach Kampfart (Ground, Air/Naval oder Strategic Combat).
Was gibt es noch zur Operationsphase zu sagen? ZOCs spielen eine große Rolle, weil sie nicht nur wirkungsmächtig sind, sondern auch wegen der geringen Counterdichte. Die Versorgungsregeln sind recht konventionell. Unversorgung führt erst nach einem Zustand der „limited supply“ zur Vernichtung einer Einheit.
See- und Luftkrieg sind noch stärker abstrahiert als die Operationen am Boden, was wiederum an „Krieg!“ beziehungsweise seine Nachfolger erinnert. Invasionsflotten etwa mögen aktiviert werden und eine Landung durchführen, ohne sich vom Fleck zu rühren! Erst nach Einnahme eines Hafens können sie dorthin verlegt werden, bis dahin findet alles – Transport der Marines, Interceptions, Kämpfe am Strand etc. – quasi im luftleeren Raum statt. Übrigens sind amphibische Operationen relativ kompliziert und teuer, was auch gut ist. Zumindest ich mag keine Spiele, in denen man aus Jux mal eben völlig ahistorisch irgendwo anlanden kann. In USE braucht es dafür einen „Surprise Attack marker“, der 20 Produktionspunkte kostet und danach mindestens vier Turns lang aus dem Spiel ist.

Wie es sich spielt
Nachdem ich die Regeln gelesen und mein erstes Szenario – Balkan 1941 – aufgebaut hatte, stand ich erstmal wie der Ochs vorm Berg. Indessen dauerte die Eingewöhnungszeit nicht lange und spielte sich USE bald ziemlich flüssig.
Bezüglich des eingangs genannten ETO-Problems muss ich leider sagen, dass USE in der zweiten Kriegshälfte zwar nicht so zäh wird wie „World in Flames“, den Zusammenbruch der Wehrmacht 1944 aber ebensowenig abzubilden vermag wie die meisten anderen Kosims. Die Ostfront erinnert da weniger an den Zweiten als an den Ersten Weltkrieg. Hinzu kommt, dass der beschleunigende Effekt der geringen Counterdichte durch die monatlichen Turns teilweise wieder aufgehoben wird. Ein Zwei-Monats-Rhythmus, wie selbst ein „Monster“ wie WIF ihn hat, wäre vielleicht besser gewesen.
Die innovativen Mechanismen von USE machen wiederum Spaß, indem sie trotz des hohen Abstraktionsgrades ein operatives Feeling erzeugen. Sie heben sich wohltuend ab vom derzeit weitverbreiteten Card-driven-point-to-point-map-Einheitsbrei.
Dennoch will ich nicht verhehlen, dass es einen Aspekt gibt, der mir ganz und gar nicht gefallen hat, nämlich die für eine strategische Simulation nicht gerade unwichtige politische Dimension. Konkreter: die Regeln für Diplomatie und Kapitulationen.
Wie die große Auswahl an verschiedenen Ausgangssituationen für das „Main Event“ bereits erahnen lässt, ist USE für alternative Geschichtsverläufe sehr offen. Das zeigt sich auch im diplomatischen Bereich, wo jeder neutrale Staat einer beliebigen Fraktion beitreten kann. Die Fraktion muss lediglich ein paar Produktionspunkte lockermachen, um einen Chit ziehen zu dürfen, der ihr mit ein bisschen Glück Einfluss in einem Land eigener Wahl verschafft. Einen solchen Chit gibt es außerdem für die Eroberung eines Kleinstaats – nach dem Motto: Erobere das praktisch wehrlose Dänemark und aktiviere die Türkei!
Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Ich habe kein grundsätzliches Problem damit. Ein Spiel, das stets zu historischen Ergebnissen führte, wäre keine Simulation, sondern eine Nacherzählung und obendrein ziemlich langweilig. Aber gewisse Plausibilitäten sollten doch berücksichtigt werden. Ich kann mir einen türkischen Kriegseintritt auf deutscher Seite vorstellen oder sogar einen italienischen zugunsten der Westmächte. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass so ein Ereignis unter dem Eindruck einer dänischen Kapitulation eintritt? Oder dass Spanien oder die Niederlande ein sowjetischer Satellit werden?
Übrigens gibt es in USE inkonsistenterweise ein Land, das nicht nur peinlichst auf seine Neutralität achtet, sondern nicht einmal Opfer einer Aggression werden darf: Das Betreten der Schweiz ist verboten, obwohl die historischen Achsenmächte ihre Besetzung ernsthaft erwogen haben.
Was die Kapitulationen betrifft, kollabiert ein Staat, wenn all seine Städte feindlich kontrolliert sind oder sein „National Will“ auf Null gesunken ist. Letzteres kann unter anderem durch den Verlust von Einheiten passieren und sogar die USA treffen. Zuweilen geschieht es recht plötzlich und fühlt sich dann ein wenig wie ein durch „Golden Goal“ beendetes Fußballspiel an.
Befindet sich zum Zeitpunkt des Kollapses mindestens eine Stadt in feindlicher Hand, ist das Land zudem erobert. Ausnahmen sind die USA, das Vereinigte Königreich und die Sowjetunion, die zwar kollabieren, aber nicht erobert werden können. Was das konkret bedeutet, will ich am Beispiel der UdSSR erklären.
Es gibt in Osteuropa eine Demarkationslinie, ungefähr entlang der heutigen russischen Grenze (bis auf die Krim, die auf der westlichen Seite liegt – oder gehört die gar nicht rechtmäßig zu Russland??) Kollabiert nun die Sowjetunion, tritt ein vorübergehender Waffenstillstand („Moscow Treaty“) in Kraft und die Demarkationslinie wird zur Grenze. Sind die Deutschen bereits darüber hinaus, müssen sie zurückweichen, sind sie dahinter, dürfen sie vorrücken. Sobald der Moscow Treaty endet, kann dieses Spiel von Neuem beginnen. Auf diese Weise kann die UdSSR theoretisch zwei, drei Mal in einer Partie kollabieren und beide Seiten finden sich immer wieder an der Demarkationslinie ein.
Was hat der Desinger sich dabei wohl gedacht?! Wir reden hier vom Zweiten Weltkrieg, nicht vom Ersten. Das Unternehmen Barbarossa war als Vernichtungsfeldzug konzipiert. Hitler hat mehrere sowjetische Friedensfühler nicht einmal einer Reaktion gewürdigt. Ein zweites Brest-Litowsk war jenseits seines Denkhorizonts, geschweige denn ein drittes und viertes. Sollte es Vasta darum gegangen sein, alle drei Fraktionen möglichst lange im Spiel zu halten, einen frühen KO der Sowjets oder des Westens auszuschließen? Falls ja, ist der damit einhergehende Verlust an Authentizität zumindest für mich noch immer ein zu hoher Preis.

Benotung
Ich sehe USE mit gemischten Gefühlen. Der Kreativität des Designers und dem Herzblut, das er offensichtlich investiert hat, muss man Tribut zollen. Und als Spiel funktioniert es echt gut, so dass ich auf diesen Aspekt die Schulnote 2 geben kann.
Als Simulation stellt mich USE jedoch nicht zufrieden. In dieser Hinsicht kann es höchstens auf operativer Ebene punkten. Politisch-strategisch vermag es nicht zu überzeugen. Und auch wirtschaftlich gibt es das ein oder andere zu bemängeln, zum Beispiel, dass es keinen Unterschied macht, ob die Deutschen das rumänische Erdöl haben oder nicht.
Allerdings lassen sich diese Probleme umgehen, indem man Szenarien auswählt, in denen sie eine untergeordnete Rolle spielen. 1944 etwa gibt es keine Diplomacy Phase mehr…
Unterm Strich gebe ich daher auf den Simulationsaspekt eine 3. Daraus ergibt sich die Gesamtnote 2-3.
Robert Holzer
Beiträge: 19
Registriert: Fr 23. Nov 2012, 13:09

Re: MK 64

Beitrag von Robert Holzer »

Hallo,

nun muss ich mich leider nocheinmal zu folgender Aussage

"...2. Im Ergebnis lief die Mitteilung von Herrn Holzer auf folgende Aussage hinaus: Ein Beitrag wird nicht publiziert, weil/wenn er zu subjektiv/emotional ist. Das haben wir bei der "Rezension" von Herrn Dr. Richter zwar nicht so genau geprüft, aber bei Ihrem Text tun wir's mal...."

mit einer Richtigstellung melden - ich dachte zwar, meine Worte klar formuliert zu haben (siehe oben), jedoch zur Sicherheit nochmals die eigentlich beabsichtigte Botschaft:

Die Manöverkritik ist kein Diskussionsforum und ist auch nicht als solches gedacht. Es werden darin Beiträge über bestimmte Themen veröffentlichet, eine Leserbriefecke haben wir nicht und diese ist aus vielerlei Gründen auch nicht erwünscht. Wenn es "Probleme" mit oder Anmerkungen/Korrekturen zu Beiträgen gibt, können dies die Betroffenen einerseits untereinander klären, es kann dieses Forum genutzt werden oder es kann ein eigener Beitrag zu diesem Thema im Heft veröffentlicht werden, sofern es sich um eine Rezension handelt. Anmerkungen oder andere Meinungen zu anderen Rezensionen des gleichen Themas sind hierbei jederzeit möglich, sofern die allgemein gültigen Höflichkeitsregeln nicht verletzt werden.
In keiner Silbe wurde an dieser Stelle auf Subjektivität oder Emotionalität Ihrer Kritik Bezug genommen.

Der weitergehende Absatz bezog sich bezüglich Subjektivität der Sichtweise auf das "Recht" eines Rezensenten, seine eigene Meinung in eine Rezension einzubringen - erneut war NICHT die Rede von Ihrer Kritik, Dr. Billermann.

Der hier von mir aus Rücksichtnahme nicht veröffentlichte Teil meiner Antwort bezog sich dann sicherlich auf Art, Weise und Tonfall innerhalb Ihrer Kritik, welche ich als nicht tragbar empfand. Dies habe ich aber, so denke ich, unmissverständlich als meine eigene Meinung kenntlich gemacht.

Grüße,
Robert Holzer
Benjamin Richter
Beiträge: 38
Registriert: Sa 9. Feb 2013, 10:33

Re: MK 64

Beitrag von Benjamin Richter »

Hallo allerseits,

als "Angeklagter" habe ich nun meine Verteidigungsschrift abgeliefert. Wen's interessiert:

http://boardgamegeek.com/thread/1297169 ... kritik-420

LG

Benny
Antworten